N-dimensionaler (T)raum eines Physikers

Physiker: Mir ist´s als ob ein Alles ein Ganzes ist. Mir schwirrt´s umher und weiß ich nicht wo oben noch wo unten.

Urlicht: So keine Angst. Sei wie es ist. So nah am Anfang.

Physiker: Was heißt das? So nah am Anfang. Was soll ich denken?

Urlicht: Fühlen sollst du das Eine als Ganzes. Das Denken spaltet und entzweit, um zu Verstehen.

Physiker: Ich kann nicht aufhören zu teilen. Es ist meine Natur. Ich muss verstehen. Allein, das Fühlen reicht nicht aus.

Urkraft: So fühle mich und lern verstehen.

Urlicht: Die Kraft, die alle vier der Kräfte vereinen kann.

Urzeit: Ganz früh in der Zeit. So wie ich.

Graviton: Zwei der Kräfte kannst nicht fühlen nur als Teiler. Die andere ist Licht. Und die vierte ist gar seltsam. Doch mich als Ursache der Vierten hast weder gesehen noch gemessen.

Physiker: Ich werde dich erhaschen, du seltenes Sein! Und ob: ich weiß, die Formeln geben´s her.

Urlicht: Eine Frage der Zeit, so sicher wie egal.

Urzeit, Urkraft und Urlicht zusammen: Der Menschen zweiter Antrieb ist die Angst, als eine der vier Kräfte. Sie hält ihn ab vom Tode jedoch nur eine kleine Zeit. Drei der anderen Kräfte sind des Menschen Teile. Alle vier machen ihn. Alle vier waren einst Eins in ihm. Alle vier werden Eins sein in ihm nach dem Tod.

Physiker: Lass mich raus. Erwachen aus der Wirrtheit. Bring Erlösung mir! Verflucht sei der Traum. Ich kann nicht mehr.

Beiläufiger Dialog von Mond und Andromeda

Mond: Die Menschen, das sind schon seltsame Wesen. So kurz erst da und schon so geschäftig.

Andromeda: Nun ja, so kurz sie erst sind, so kurz werden sie sein.

Mond: Auch ich bin nur eine kurze Zeugin. Und Dein Alter ist unermesslich.

Andromeda: Selbst ich kenne nicht den Anfang, doch weiß um das Vergehe und Entstehen.

Mond: Was bleibt?

Andromeda: Was bleibt im Menschen ist das Licht. Aus ihm mit Lichtgeschwindigkeit geboren. Zu fühlen aber nur als Wärme. Doch weit kommt es noch nicht, das Licht als Wärme.

Tibet

Vor kurzem sprach der Eine und sagte, dass viele Menschen doch nur ihre Nase gebräuchten, um die Welt durch diese zu fühlen, ohne zu verstehen. Und dann sagte der Eine weiter, dass es wenige Menschen gebe, die ihren Bereich hinter der Stirn gebräuchten, um die Welt darüber hinaus zu verstehen. Und auf der Festung der Zukunft, da stehen, tanzen, singen Menschen, die Pandaköpfe und Straußenköpfe haben. Und sie blicken sich fragend um. Der Eine spricht weiter, dass er wüsste, was diese mit dem hinter Stirn verbindet: Es sei das, was unter Tibet verbogen ist. Ein tiefes, tiefes Loch. Und dann hebe ich ab um zu fliegen. Und weiß doch, dass ich es nicht bin. Aber ich weiß, dass das Loch unter Tibet unten, weit unten, weit hinaus ins Universum reicht.

Zeit

Zeit

Der Egel frisst sich durch die Haut. In meinen linken Arm. Ganz am Anfang. Richtung Hand. Er ist nicht groß. Vielleicht ein paar Millimeter. Sein Körper ist braun bis schwarz. Feucht die Haut. In wenigen Sekunden verschwindet er schmerzlos. Er ist in mir. Ich denke:

„Die Zeit

Das ist eine kugelfirmige Domension

Haha – Das haben wir beschworen

Ich schmecke sie weil

Ich einst Dreiecke gegessen habe

Ich, Du, Wir

Wir bauen ein Boot

Du tauchst es in Wasser

Ich fange an zu rudern

Hörst Du mich?

Ich kann Zeit schmecken

Ich lebe nur Sekunden hinter Dir

Und sehen kannst Du mich

Nicht und hören nicht doch

Fühle meine Berührung

Ich sehe Dich

Du siehst mich nicht

Die Zeit ist rund

Sekunden“

Trialog von Treppen …

Erste Treppe: Mir wär´s als ob die Zeit sich dreht.

Zweite Treppe: Nun denn, dann lass uns tanzen. Auf und ab!

Erste Treppe: Wohin soll ich tanzen. Ich weiß nicht wann?

Zweite Treppe: Lass los und du wirst kreisen. Am Ende ist der Anfang.

Letzte Treppe: Gewiss doch. Ich wäre Du. Eher oder später. Wie ich es glaube. 

Der Garten

Menschenvervollt und überdicht
Quillt der Schrebergarten
Aus trivialer Wirklichkeit
Ins absurd Zufällige über

Und ich hocke lustig
Auf der Matratze unterm Sonnenschirm
Ach nein, was sollen die
Großen Sonnenblumen

Aufkommender Wind wedelt Blätter
Sind voller Läuse
Schwarz und grün und manche
Haben Flügel aber fliegen nicht

Befreiend spritze ich die Läuse
Weg mit einem Wasserstrahl
Doch stark der Ekel

Der Himmel ist schwarze Wolken
Drehen sich wie Strudel
Sehnsucht nach dem Sturm

Im Eigenheim wartet der Tod

Im Eigenheim wartet der Tod

Wenn ich sagte, dass es gut riecht,
Dann wäre das eine Lüge.
Ehrlich gesagt:
Ich rieche nichts.

Und doch fühle ich
Mich hingezogen in
Diese unwirkliche Welt,
Zeit ohne Lauf.

Und unten, ganz unten
Im Erdgeschoss, lass uns
Die Fenster verbarrikadieren
Und Deinen Mann, den
Schicken wir in den Krieg!

Oben können wir im milchigen
Sonnenlicht
Werde ich Dir Dein Haar
Zur Seite schieben
Und zärtlich Deinen Hals
Küssen.

Der Gang (Singular), die Gänge (Plural)

Mitternacht ist dahin.
Dann eben die Angst. Wieder und
Wieder Scheiss drauf! Was für ein Gefühl,
Wenn es dämmert.
Kein Schlaf.

Erschöpfter präfrontaler Cortex.
Ausgemergelte Routinen die
Schon lang programmiert sind.
Zwang hemmt Angst und bringt
Zwang. Das Gebäude scheint riesig.

Gänge im Nieselregen, grauen Schleier der Dämmerung
Machen einsam und erst die Erschöpfung befreit.
Loslassen. Und dann
Schweben durch die Gänge.
Da ist niemand.

Und beim Schweben darf ich
Die Kühlschränke sehen in die
Schaue ich hinein und sehe
Etwas was wie Licht und Fisch
Als Ganzes doch nicht meins scheint.

Sag mir:
Wo kommen die ganzen Leute her und
Wieso strömen sie alle in dieselbe Richtung?

Und dann treffen sich zwei Gänge und
Im Hellen des strebsamen Morgens
Mengen die Mengen sich ineinander
Jeder in seine Richtung richtig und
Ohne Kompromisse.
Lass den Stärkeren, denn
Die Evolution ist Legitimation!

Innehalten und
Seine Hände öffnen und
Seine Hände betrachten und
Die Konsequenz des Gehens spüren.

Jetzt weiß ich, es war
Der Papageifisch und er hatte
Wunden die von kleinen Krebsen
Umwandert wurden und das heilte
Ihn und beruhigte mich.
Er blickte sinnlos und atmete.

01

Ich habe einen Luftzugschutz für die Haustür gekauft (oder erworben). Jetzt fühle ich mich sicherer.

Wenn ich ohne Beine als Hülle vor dem Hobel liege, bin ich dann noch frei zu gehen?

Im Geiste kann ich mich auf mehrere Identitäten aufteilen. Ich sag`s Euch. Das wird noch relevant! Wer ist man dann? Wo ist man dann? Wer bin ich?

Haha. Reingefallen!


Schwarze Männer …

Du wolltest an einem heißen, sehr heißen Sommertag davon fahren. Mit dem Auto. Die Gegend kennst Du nicht. Dann hältst Du doch inne. Elektrische Fensterheber. Schaust raus. Warme bullige Luft. Wand. Wie ein anderes Element. Gerade noch zu atmen. Draußen sind Mütter. Schieben Metallgestelle. Mit Babys. Die sind festgeklammert an dem Gestell. Polierte Sackkarre. Mit Gurt festgezurrte Monster. Hässliche Babys. Schreien. Starren ins Leere. Mütter schieben Metallgestelle.
Und dann blinkst Du. Vielleicht willst Du einfach abhauen. Trostlosigkeit. Einsamkeit. Verloren in der Hitze des Nichts. Gefesselt an der Wand des Wahnsinns. Aber. Er fällt ab. Der Blinker. Du kennst doch den Blinker. Dieser Hebel. Er wird zum Ende hin dicker. Und das dicke Ende. Abgefallen. In Deine Hand. Du hältst es. Umschließt es. Öffnest die Hand. Und siehst. Es ist ein Film. Ein Film für eine Kamera. Fotos. Vielleicht?
Steigst aus dem Auto. Dem tannengründen Honda. Sternzeichen ist Tanne. Verschlossen. Im tiefsten Winter. Die Kälte hält Eindringlinge ab. Sie sollen erfrieren. Kalt. Keiner. Niemand.
Und dann willst Du den Film belichten. Du öffnest den Film. Ziehst das schwarze Fotopapier heraus. In die blanke Sonne. Soll es verbrennen. All das. Vergangenheit. Bilder.
Wer ist das? Von hinten an dich zügig heran tretend reißt Dir ein Mann mit schwarzem Hut geschickt den Film aus der Hand. Hält inne und bleibt stehen. Zieht den Film vollends heraus. Hält ihn zur Sonne. Ich sehe Bilder, Menschen …
Im Hintergrund fangen schwarze Männer an, sich tot zu schießen. Mit Maschinengewehren. Manche tragen auch nur einfache Pistolen.

Das dumme Schwein …

Hey. Lass uns einen Witz machen. Wir verarschen heute unseren Chef. Das ist ganz einfach. Komm! Wir rufen alle unsere Mitarbeiter zusammen. 40 Leute. Das wird cool! Dann alle in die kleine Teeküche. Vielleicht 3 mal 3 Meter? Dann müssen wir uns stapeln. Alle übereinander. Da machen wir einen Plan vorher. Also so stapeln, dass alle mit ihren Köpfen zur Tür orientiert sind. Dann müssen alle ihre Köpfe nach hinten dehnen. Sodass die Gesichter zur Tür raus schauen. Und dann. Alle ganz schrecklich lachen. Oder kreischen. Schreien. Stöhnen. Das Gesicht im Wahnsinn zittern lassen. Die Augen drehen. Sabbern. Haha. Das wird lustig. Ich hab das ausgerechnet. Es passen alle 40 Leute in diese Küche. Wie gesagt. Wir müssen das Stapeln planen. Stell Dir das vor. Der Chef sucht im ganzen Haus nach seinen Mitarbeitern. Und die Leute sind alle weg. Gestapelt in der Teeküche am Ende des Hauses. Und dann sucht er die. Haha. Und irgendwann kommt er dann zur Teeküche. Und da gaffen die ganzen Leute völlig idiotisch und irre aus der Tür und kreischen und rasten völlig aus! Haha. Was wird er denken? Na. Was wird er denken! Komm schon. Sag es mir! Scheisse. Los! Er wird denken: Wo ist meine Frau? Wird er das denken? He! Streng Dich an! Du Pisser! Du hast keine Ahnung. Wovon ich rede! Das ist kein Spaß hier. Räum Dein Zimmer auf! Die Autobahn ist voll und die Amygdala ballert! Zweite Frage: Angenommen, jemand behauptet, dass Du ein dummes Schwein bist. Würdest Du ihm widersprechen? Und wenn ja, warum? Und wenn nein, warum? Haha. Das waren zwei Fragen. Oder drei? Vier?

Kochen lernen …

Theaterstück. Oder sowas in der Art. Keine Ahnung was genau. Aber viele Stühle davor. Solche wie in der Schule. Die tanzen da. Auf der Bühne. Holzstühle. So ausgesessen. Tausend Leute. Das ist Quantenmechanik. Echt. Ich sag’s Euch Leute. Ihr müsst nur daran glauben. Glauben vielleicht falsch ausgedrückt. Ihr müsst einfach vertrauen. Also sowas wie wissen. Und dann könnt ihr es sehen. Ganz einfach. Das sag ich Euch. Leute. Wie im Traum das Fliegen. Loslassen und fallen. Das ist das Fliegen. Jedenfalls da auf der Bühne. Hmm. So eine Art Stück. Oder Modenschau? Oder was dazwischen. Was soll’s. Lange Beine werden zu Wiener Würsten. Da lag nur eine Decke drüber. Eher ein Tuch. Und dann dieser Wandel. Denn Beine sind nichts anderes als diese Wiener Würste. Das ist wirklich wie der Löffel der keiner war. Oder eine Tasse. Eine Tasse Kaffee. Eine Tasse richtig schwarzer Kaffee. Junge! Das ist eigentlich kein Kaffee. Das ist eine U-Bahn. Lasst los und … Ein Junge mit langen schwarzen Rastas. Der kotz ganz fürchterlich. So ein druckvoller Schwall. Und so viel. Der ganze Boden schwimmt. Auf der Bühne wandeln sich noch immer Menschen in Gegenstände. Oder partiell. Keine Ahnung. Vielleicht sollte ich das mal vertonen.

Fest binden …

Sie treiben. Schon seit Tagen. Sehnen sich. Nach Erlösung. Was hat ihnen das Leben gebracht. Wozu hat es sie gemacht. Mich ängstigt die Erkenntnis. Die Biologie hat uns fest im Griff. Wir sind die Illusion unserer selbst. Das Produkt einer Simulation. Komplexes Organs. Gehirn. Es gaukelt uns eine Persönlichkeit vor. Ein einziges Ich. Das gibt es nicht. Wir sind Wir. Auch das nur eine Simulation. So treiben Sie und geben sich hin. Ihrer Illusion. Im festen Glauben gestartet. Oder gezwungen? Von den Umständen. Menschlicher Gier und des Krieges. Untergang. Produkt einer Reaktion. Der Reaktion zu Überleben. Nur ein Mechanismus. Die Evolution. Gewalt und Gegengewalt. Zufall und Belanglosigkeit. Es ist doch sowieso egal? Wir können uns eine Illusion auf der Illusion erwerben. Durch beständige Arbeit. Religion? Am Ende sind wir alle Geister. Wir banden uns fest am Boot des Schicksals. Wir ergaben uns ihm. Wir ließen los. Nicht mal die Sinnlosigkeit hat Berechtigung. Keine Realität. Sie gibt es nicht. Alles nur Schein. Und wir sind Geister. Darin verloren. Wir verankern uns. Binden uns fest. In dem Glauben, nicht vergessen zu werden.