Sommerregen …

Alter. Verpiss Dich mit Deiner Hand. Diese beschissene große Hand. Ich sagte Dir, lass uns Frieden machen. Also nicht direkt. Aber. Nun ist es zu spät. Was soll´s. Dann heißt es eben: Aufwachen! Ich hab kein Problem damit. Wir nähern uns nämlich. Es wird heißer. Wir sind sozusagen auf einem Weg. Und der scheint gar nicht so schlecht zu sein. Hehe! Ich fühl mich gut dabei? Und ihr? Was denkt ihr? Was träumt ihr? Also passt auf. Man! Ich stehe da so unten. Ziehe langsam. Das geht runter wie Butter! Sagt man das so? Keine Ahnung. Ich vertausche immer Sprichwörter. Schön feucht. Wie nicht zu sehr in lauwarmes Wasser getränkte Küchentücher. Abziehen. Nur der Arm noch. Rot. Warm. Auf jeden Fall ist das gut. Man spürt das ja immer. So. Ob was gut oder schlecht ist. Danach. Nach dem Abziehen der Haut. Findet ihr das komisch? „Ne, ich belebe auch immer Leichen im Keller!“ Wenn das so wäre, bräuchten wir keine Kühlfächer mehr. Egal! Nehmen wir uns den Kopf vor. Wie so oft schon. Eindringen. Der Balken gehört da nicht rein. Der Rest scheint ok. Um den Balken ein Strick. Stell Dir vor Du triffst mich auf der Straße. Da wäre ich gern wie die Katze. Vielleicht bin ich das auch? Denn dann wäre ich zu diesem Zeitpunkt. Genau zu diesem Punkt der Zeit in Deinem Kühlschrank. Und dort würde ich die Temperatur auf 277 Kelvin stellen. Verstehst Du? Also in etwa auf 277 Kelvin. Wir runden heute mal auf. Ein zweites Mal Hehe! Wir lockernd den Strick. Das ist was. Man. Ich hab’s wieder vergessen. Ich wollt das jetzt echt sagen. Aber ich weiß nicht mehr was es war. Was es ist. Es gehört da nicht rein. Am Strick des Balkens im Nirgendwo der Erinnerung verloren. Was soll´s. Pack die große Ledertasche. Schwarz. Der Typ passt da echt rein. Kann man ja etwas biegen. Er merkt ja nichts mehr, oder? Stellt Euch vor es ist der geilste Sommer. Und abends. Es dämmert und dann der warme Regen. Er durchtränkt Eure Kleider. Und dann hört ihr den geilsten Song eures Lebens. Reißt die Arme nach hinten und wisst: Das ist der Tag! Deswegen sage ich immer. Zwei Sachen sind wichtig im Leben: 1. Zeit. Und 2. Gravitation.

Pilze sammeln gehen …

Pilze am Strand und am Fenster. Milchbleich. Schatten aus Nebel so strahlend wie … Frag nicht. Student! Ich meinte es so und dachte es nie. Wenn wir zusammen gehen im September nach Los Angeles. Aber, warum sollte ich gehen? Frag mich! Mehr und mehr. Es sind diese interessanten Leute, die Dich inspirieren werden. Woche für Woche. Und das für den Rest Deines Lebens? Denk dran, Junge: Wenn es um Philosophie geht, dann sind uns die Japaner so viel voraus. Und deswegen sage ich, dass Pilze es sind. Nicht beim Essen. Verwegen. Von Dir. Dieser Gedanke. Das wäre zu einfach, oder? Nein, es erscheint mir, dass das Sammeln wohl der reichere Schatz ist. Das Sammeln der Pilze. Und meinen Sie, dass im Mittelalter die Kinder mehr und freier waren? Oder war es nur das Mehr an Natur. Oder Leid? Septime! Sekunde! Quinte! Aus! Lassen Sie mich meinen Befürchtungen folgen und nachschauen. Angst erschreckt zu werden. Ich gehe nachschauen. Ob sie noch da ist. In der Tat wäre sowas vielleicht vertonenswert. Entflamme mich. Sie ist noch da! Welche Erleichterung. Bei all den Grübeleien. Bereiten sie sich vor. Am Samstag wird es schlimmer. Also Samstagnacht. Das Tor zu Hölle. Das Tor zur Kindheit. Das Tor zu alten Erinnerungen. Denkt dran. Ich sagte es ja bereits. Die Synapsen beschleunigen auf über hundert Kilometer pro Stunde. Voll auf eine Wand! Der Aufprall heißt Panik. Und der Verlust der Kontrolle wird zur Energie, die Dich entflammt. Klammer auf. Das sagte ich bereits. Klammer zu. Das ist ein fantastisches Instrument!

Tauben sind Geister …

Du folgst mir schon die ganze Zeit. Ich hab Dich schon gesehen! Schau mir in die Augen! Haha! Du bist die Transparenz meiner Grübelei. Ich mache mir Sorgen. Und dann? Was dann? Also folge ich den Männern. Sie wollen Schatten sein und sind doch sichtbarer als so viel anderes. Vielleicht zu sehr mit sich? Bleib dran! Bleibt dran. Denn es ist ein Weg. Ein guter Weg! Ich verrate Euch nicht. Dich nicht. Du Schatten. Mein Schatten. Wer inspirierte mich? Glaub mir, das Glas wird nie überlaufen! Das habe ich Dir schon vor fünfzehn Jahren erklärt. Bleib dran! Von Dur zu Moll. Yeah! Gänsehaut. Schon wieder! Dein Locken wie die graue Asche am Fluss. Das lernte ich alles schon ganz früh. Also bin ich Kind in vielem! Und in Wenigem bin ich zu früh zu alt geworden! Wenn ich will kann ich es sprießen lassen. Alles. Die Pflanzen und Bäume. Sie verstehen mich. Und die Tiere hören mir zu. Die Tauben und die Krähen. Die einen Geister der Bäume, die anderen Wanderer. Sie würden zu mir kommen! Und die alten Männer. Los. Schreit und schreib. Bis ich es wieder niederbrenne. Verdammt! Ich bin so abartig. Setzt den Schnabel auf und geht die Geheimgänge. Ich habe einen gesehen. Da in der alten Wand. Ich hab Euch gesehen. Doch ihr kennt den Schatten nicht. Er ist neben mir. Und dann verschwimmt er. Er morpht sich quasi weg. Ich kann nichts dafür. Er ist mit eingedrungen! Tanzt Euer Fest. Ich sehe Euch tanzen. Mit den Vorgelmasken und spitzen Schnäbeln.

Dialog mit der Kiefer …

Dann gehst Du schon mal spazieren! Und dann. Scheisse. Du bist ganz allein und es dämmert komisch. Echt. Am Mittag. Wie Dämmerung. Krass! Eigentlich kein Wald. So nen Forst. Kiefern. Was sonst! Dann der Weg. Diese Stimmung. Zum Kotzen. Tausend Mal gefühlt. Holt Dich ein. Grätscht Dich weg und dann. Scheiss Angst überall. Wandelnder Pudding ohne Prinzipien. Renn einfach weg. Zum diesem Misthaus. Verdammt. Man! Immer wieder zurück. Fick Dich Du Synapse! Autobahn aus Angst. Hau mir in die Fresse! Brech mich! Verfallenes Haus. DDR-Bau? Egal. Drin ist die Hölle. Fleischhaufen. Der zittert noch. Wie der Fernseher. Zitterndes Bild. Der Typ grinst. Steht da und lacht. Was hat er da in der Hand? Was passierte? Soll ich Spaß haben dabei? Sagt mal: Kennt Ihr das? Das ist so wie Knete essen. Ganz viel! Bis man anfängt zu würgen. Oder so: Stell Dir einen Würfel vor. Der schwebt über Deinem Kopf. Es ist aber Nacht. Also dunkel! Der ist halb so große wie Dein Kopf. Und der Würfel heißt Kubus. Und den musst Du essen! Und: Hau rein!

Plan für den Rest der Woche …

Muss ich es tun. Ja. Warum auch nicht? Wer fragt? Also! Das Messer in den Kopf! Schneiden … und dann abnehmen und vor sich halten. Seltsam … Die Furchen gelblich, braun … Feucht und schon gealtert. Was soll‘s! Das Spray wird helfen. Es säubern. Sprühen. Dann Schaum. Zu viel Schaum. Das sollte nicht sein. Zu viel. Auch Pusten hilft nur bedingt. Zigarettenqualm. Ohne zu rauchen. Wie geil! Schwillt sich brünstig durch den Abend! Was heißt das? Egal. Den Schaum weg pusten. Sacht. Es gribbelt. Ob ich mich infiziere? Das habe ich nicht bedacht. Verdammt. Scheisse! Wieder drauf setzen… Es passt nicht mehr! Es ist versetzt. Wer flüstert mir ständig ins Ohr? „Lass uns reden?“ Kopfschmerzen! Aspirin hilft gegen Krebs. Aber Achtung: Bei einem Autounfall könnte man verbluten. So ein Dreck. Feinstes Zeug. Wird alles rausgefiltert.

Aussagen zum Sonntag

Aussage 1: Ich bin ein Möbelstück. Wie der Stuhl oder die Schrankwand im Zimmer füge ich mich ins Ganze und bin frei dabei. So ist´s auch mit der Musik, die als Möbelstück ein Teil des Ganzen ist.

Aussage 2: Ich habe sehr viel Wut. Sie liegt tief begraben in mir. Als Kind habe ich sie angehäuft, als ich aufhörte zu weinen. Weinen reichte nicht mehr und die Wut war stärker.

Ostseehotel CALIFORNIA

Hörspiel von dem Gedichteband Ostseehotel CALIFORNIA von Daniel Schmidt. Illustrationen und Installationen von Chang Meng (mengchang.tumblr.com). Musik von Falk Zakrzewski (www.quantum-suicide.saanasum.net).

Länge ca. 30 Minuten. Dazu gibt es ein Heft mit den illustrierten Gedichten.

Bei Interesse an einer Bestellung (15 Euro), schreibt bitte an falk.zakrzewski(ät)artmovement.org

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Es ist Mittags. Sie Sonne flirrt durch den Baum vor meinem Fenster. Ich trete interessiert vom Blätterspiel hervor und bleibe an der Fensterscheibe stehen. Sehe den blauen, großen Vogel. Es ist ein Pfau. Dunkelblau und glänzend. Springt er von Ast zu Ast. Immer weiter nach oben. Den Baum hinauf. Aufgeregt rufe ich nach beiden. Aber keiner will hören. Sie kommen nicht. Ich bleib allein und sehe den Pfau in den Wipfeln des Baumes verschwinden. Noch immer stehe ich hinter dem Fenster. Die Sonne strahl hell. Die Blätter tänzeln leicht im Wind. Der blaue Pfau ist weg.

Ich wache in dem Zimmer auf. Fensterlos. Wie im Keller. Es wirkt eng. Die Wände grau. Es sind drei weitere Personen im Raum. Zwei von ihnen stehen. Sind abgewandt. Kann ich nicht erkennen. Hinten im Raum. Eine Frau. Alt. Faltig. Wirkt verloren. Einen Hut auf. Stark geschminkt. Schaut zur Seite. Vor dem Gesicht eine Einwegfolie. Damit eine Binde befestigt. Vor dem Mund. Schräg über ihr. Ein Gemälde. Von einer Frau. Große Ähnlichkeit. Vielleicht sie selber? Es fällt ein Stück Bild herab. Ein großes menschliches Auge schaut durch das Loch. Panisch. Hin und Her. Erblickt mich. Hält kurz inne.

Ich verlasse den Raum. Suche einen Ausweg. Am Ende eines zweiten Raumes ein vergittertes kleines Fenster. Es fällt kein Licht hinein.