Anleitung für das Atmen

Lecke mein Koks

Streichle mein Haar

Zügele meine Zunge

Insistiere mein Bauchnabel

Entwürdige mein Ohr

Züngele mein Scharlach

Entzaubere meine Wurzel

Erwecke die Gicht

Entmuntere den Traum

Standardisiere das Unmögliche

Verleugne die Liebe

Glorifiziere das Üble

Entfreue den Hass

Entschleunige das Altern

Betätige die Luftpumpe

Der Vogel

Seit Tagen

Klopft am Fenster

Ein Buchfink.

Knallt mit seinem Köpfchen

Unentwegt, tapfer doch aussichtslos

Gegen das Fensterglas.

Will hinein

In die Finsternis

Der Einsamkeit.

Will es Licht verkünden?

Wer ist der Absender?

Hände

Projektierte zur Projektion: Ich mag deine Hände. Sie sind so stark und gezeichnet durch echte, harte Arbeit und bezeugen deine Schaffenskraft.

Gegenüber: Es ist nicht so, wie du denkst. Du siehst nur, was du denkst. Aber da ist nichts!

Projektierte: Ich verlange danach und dir. Gib dich doch hin, sonst verzweifle ich.

Gegenüber: Verzweifle an den Gedanken, die dich irren lassen. Eines Tages wirst du meine Hände hassen, so wie du sie jetzt liebst. Dann werden sie dir egal werden. Und dann wirst du sie vergessen. Weil deine Gedanken andere werden. Meine Hände bleiben meine Hände.

Anmerkung: Projektierte kann auch Projektierende heißen. Das ist egal, aber manche legen Wert darauf.